„Das (Weg)Gehen ist nicht die Schwierigkeit, das Problem ist das Zurückkommen“, so kommt es unvermittelt und unverblümt aus der älteren Irin, welche mit uns Wanderern am Tisch sitzt, als ich sie frage, was sie denn überhaupt dazu bewogen hat, dass sie seit drei Jahren durch Europa zieht – mit lediglich zwei Koffern im Schlepptau.
Und es ist, als spräche sie mir dabei direkt aus der Seele, denn schlagartig wird mir bewusst: genau, das ist es, das war es schon immer (von jedem „immer“ gibt es bekanntlich eine, zwei oder mehrere Ausnahmen, aber das sind andere Geschichten).
Bei jedem Zurückkommen zu dem, was mein Zuhause sein sollte, kämpfe ich mit den Tränen. Innerlich verzweifelt und irgendwie flehend: ich will nicht zurück, dort gibt es (fast) nichts, was mich hält, nur Ballast und ein Leben, das sich so gar nicht nach meinem anfühlt. Zum Weggehen braucht es ganz offensichtlich keinen Mut, nur die eine Sehnsucht. Den Mut aufbringen heißt es dann, wenn es ums Zurückkommen geht.
Und just in dem Moment fühle ich diese Schwere auf meiner Brust, der Sehnsucht nicht nachgehen zu können und wie sich mir die Kehle zuschnürt bei dem Gedanken an morgen – Abschiedsschmerz macht sich breit. Und die Frage: Wo sind meine Wurzeln?


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