Steps to Stories

Wenn jeder Schritt zu einer (anderen) Geschichte wird


Wenn der Kopf leer ist, weil er zu voll ist

Das mit dem Kopf und den Gedanken ist so eine Sache. Ein Sprichwort sagt: „Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pläne.“ Dem kann ich nur beipflichten. Was habe ich in den letzten Monaten, Jahren, ja Jahrzehnten nicht alles für Pläne gemacht, von denen, würde ich Rechnung ablegen und eine Bilanz vorlegen müssen, sich die Umsetzungsquote sicherlich im einstelligen Prozentbereich bewegt. Vom finanztechnischen und auch unternehmerischen Standpunkt aus betrachtet, sollte und müsste ich also Konkurs anmelden und dabei hoffen, nicht wegen Verschleppung desselben auch noch belangt zu werden.

Und doch geben wir die Hoffnung nicht auf. Wir Menschen sind wahrlich eine kuriose sowie beinahe unerschütterliche Spezies.

Mit dem Schreiben verhält es sich ähnlich – es ist vielleicht sogar eine der reinsten Formen menschlicher Hartnäckigkeit. Wir Schreiberlinge sammeln Gedanken, Gespräche und Gesehenes, um daraus etwas zu machen, von dem wir anfangs oft nicht wissen, was am Ende dabei herauskommt – wenn denn überhaupt etwas dabei herauskommt.

Frau Zwiebel hatte das unlängst in ihrem Post „Leere im Kopf“ ganz wunderbar direkt aufs virtuelle Papier gebracht und mir (wahrscheinlich auch unzähligen Mitlesern sowie ebenso vielen Woanders-Lesern) damit aus der Seele des verstummten, blockierten, leergedachten Wortakrobaten gesprochen.

In gleichem Maße, wie ich Pläne schmiede, scheitere, ausarbeite, aufgebe, anstrebe, aufschiebe, häufe ich erste und letzte Sätze an. Lose Notizen reihen sich ein in eine ungeordnete Zettelwirtschaft und Notizbücher aller Couleur und Größe stapeln sich zu stillen Wortfabriken – verstauben. Fetzen nannte es Frau Zwiebel.

Das trifft es unumwunden, denn ein Fetzen ist ein Teil von einem Ganzen. Etwas Loses, was abgerissen wurde – mutwillig zerstört. Etwas Nicht-Verbundenes, was verschlissen, alt, ungeliebt ist. Die Leere im Kopf ein Produkt der überfließenden Gedankenströme. Und am Ende spiegeln all diese Fetzen die eigene innere Zerrissenheit. Und wir machen weiter, immer in der Hoffnung, unsere Stimme wiederzufinden und einfach nur zu schreiben.



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