Ich wage mich an meine Träume. Vielmehr an den Traum des ungebundenen und freien Lebens. Weg von Zwängen und Verpflichtungen und Müssen und Verantwortung und hin zum puren, einfachen Sein. Klingt erst einmal nach jemandem, der rücksichtlos seine egoistische Egomanie auslebt. Und vielleicht ist dem auch so. Zumindest ein bisschen. Keiner von uns ist frei von Eigennutz und dem eigenen Ego. Dafür wurde uns der Gedanke des Individuums und des Individualismus viel zu sehr eingetrichtert.
Gleichzeitig heißt es immer, wir Menschen seien soziale Wesen. Was also fehlt mir? Am ehesten wohl das Gefühl der Verbundenheit. Halt. Sicherheit. Was auch immer das für mich und in meinem Fall bedeuten mag. So gesehen ist es mehr als widersprüchlich, dass ich nun plane, alles aufzugeben, um mich auf die Reise des Weltreisenden zu machen. Schließlich ist dies das genaue Gegenteil.
Doch, was, wenn das Ungebundensein für mich bedeutet, mit allem und vor allem mit mir verbunden zu sein? Was, wenn das Freisein für mich bedeutet, Halt und Sicherheit zu finden? In mir selbst. Wenn ich mir erlaube, so zu sein, wie ich bin, entsteht dann Sicherheit? Selbstsicherheit? Und bin ich dann sicher, wenn ich aus allem, was in meinem Leben geschieht, das Beste mache? Weil ich es möchte?
Manchmal beginnt Heimat dort, wo wir den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn wir den Raum öffnen. Wenn wir über den eigenen Schatten und die, die uns verfolgen, heimsuchen und quälen, springen.


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