Ich wandere durch alle Räume meines noch-Zuhauses. Ruhelos. Rastlos. Meine Blicke schweifen über die Dinge, die zu Memorabilien geworden sind. Mein Inneres zieht sich zusammen bei dem Gedanken, dass ich mich von nahezu allem trennen werde, trennen muss, wenn ich wirklich und in letzter Konsequenz zur globalen Nomadin werden will.
All diese Erinnerungen aus meiner Kindheit, an Erlebnisse, Urlaube, Begebenheiten, Geschenke. Welche Erinnerungen werden verblassen und am Ende verschwinden? Gibt es überhaupt auch nur ein Stück, was keine Geschichte vorweisen kann? Was bleibt von mir?
Mir ist bewusst, dass mich so manches sentimental werden lässt und dass all dieser Besitz auch lähmt und einengt und belastet. Und trotzdem, M. hat recht, wenn sie sagt, es wäre ein Sterben auf Raten. Denn genauso fühlt es sich an.
Letztes Jahr hatte ich E. meine Angst, ich würde immer weniger werden, anvertraut. Und ja, im Laufe der ganzen Monate bis zum Ende bin ich tatsächlich immer weniger geworden. Habe mir weniger zugetraut. Mir selbst weniger getraut. Und nun wird nicht nur meine Persönlichkeit, mein inneres Wesen weniger, sondern Dinge im Außen, die ebenso für mich stehen und repräsentieren.
Manche Schritte sind schwerer als andere.


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