Steps to Stories

Wenn jeder Schritt zu einer (anderen) Geschichte wird


Wo anfangen?

Wenn man nicht weiß, wie es weitergehen soll, dann lässt sich auch nach mehreren Tagen und Nächten, Anläufen und gedanklichen Karussellfahrten kein Anfang finden. Denn Anfängen wohnt, wie es so schön heißt, ein ganz besonderer Zauber inne. Und dieser hier, das lässt sich eindeutig und ohne Umschweife sagen, hat alles, nur keinen Zauber. Er bewegt sich mehr in Richtung Worst-Case-Szenario und Alptraum. Aber gut, das ist momentan – verständlicherweise – meine sehr eingeschränkte und subjektive Sichtweise auf die Gesamtsituation. Der Verlust und der Schmerz haben tiefe Wunden geschlagen.

Mein Geist und Körper verhält sich wie bei einem Drogenentzug. Also, nicht, dass ich damit Erfahrung hätte, aber das waren die Worte der Therapeutin, der ich schluchzend, schluckend und mit Tränen in den Augen gegenübersaß.

Vor längerer Zeit, als die Beziehung schon einmal auf der Kippe stand, hatte ich die Frage gestellt, zu wie viel Prozent es passen würde. Die 60%, welche ich als Antwort erhielt, erschienen mir dann irgendwie wie eine Niederlage. Aber wahrscheinlich war es in der Nachbetrachtung doch recht realistisch. Daran muss ich denken, als mich Frau L. fragt, zu wie viel Prozent ich mich gut gefühlt habe. Ich bin enttäuscht und verbittert und verletzt. Die 30%-Rückmeldung spiegeln mein Empfinden der letzten Wochen und Monate, all das Schöne und Gute der vergangenen Jahre scheint mir abhandengekommen. Verschüttet vom Ringen, Ziehen, Zerren und Kämpfen der jüngsten Vergangenheit.

Am Ende ist aber eines klar: Es geht nicht darum, was ich für den Geliebten fühle bzw. gefühlt habe. Denn das ist ja offensichtlich. Ich liebe ihn. Vielmehr geht es darum, wie ich mich mit ihm fühle. Und das ist eine völlige andere Frage. Und das ist in der Tat ein Anfang, mit dem sich weitermachen lässt.



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