Die Unsicherheit hat sich eingenistet. Über Wochen, Monate und mittlerweile Jahre. So sehr, dass ich oft, zu oft, meinen eigenen Gefühlen misstraue. Mir selbst nicht über den Weg traue. Kein guter Zustand. Für niemanden. Erst recht nicht für mich. Dieses ständige Auf und Ab, Hin und Her zermürbt mich. Alles lässt sich in Frage stellen.
Und nun? Nun stehen so viele Entscheidungen an. Und ich merke, wie sehr mich der Austausch mit E. geprägt hat. Wie viel er mir bedeutet hat. Wie viel er mir gegeben hat. Der Austausch und der Geliebte. Und nun ist beides nicht mehr in meinem Leben, gehört nicht mehr zu meinem Leben. Geblieben ist der unbändige Wunsch, dass es anders hätte sein sollen. Und die schmerzliche Lücke, die sich jetzt mehr als deutlich und unmissverständlich auftut. Es ist keiner da, der mir auch nur annähernd als gleichwertiger Gesprächspartner dient.
Doch, es gibt Menschen in meinem Leben, die mir nahestehen und die zu mir stehen. Und ich bin dankbar, sehr dankbar. Ohne sie wüsste ich nicht, im Moment nicht und auch schon in der Vergangenheit nicht, wie ich die Schicksalsschläge und andere schwere Zeiten überstehen und bewältigen sollte. Was fehlt ist ein Gegenüber mit der gleichen Blickrichtung. Den gleichen Zielen. Nicht nur jemand, der mir zuhört, mit mir diskutiert, die Für und Wider durchexerziert, sondern jemand, der auf dem gleichen Weg ist.
So sehe ich die Dinge mal so und dann entmutige ich mich selbst. Lasse der Unsicherheit freie Hand. Soll ich die Wohnung vermieten? Oder soll ich sie doch besser gleich verkaufen? Wie viel von meinen Sachen soll ich aufheben? Was nehme ich überhaupt und grundsätzlich mit? Starte ich unmittelbar? Noch vor dem Jahreswechsel? Oder lieber erst zum neuen Jahr? Fange ich in Asien an? Oder doch eher in Ozeanien? Ziehe ich mit Rucksack los? Oder investiere ich in ein Wohnmobil?
Wie gern würde ich all dies teilen und gemeinsam planen. Wie gern hätte ich ein Wir. Ein Wir, das Aufgaben und Lasten und Verantwortungen gemeinsam trägt. Bisweilen sinke ich überfordert zusammen. Der Mut verlässt mich und ich frage mich, ob mein Ziel überhaupt ein Weg ist, oder am Ende nicht doch eine Sackgasse. Die romantische Vorstellung eines naiven Kindes, welche sich weigert, erwachsen zu werden und stattdessen lieber in einer Traumwelt lebt.


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