Nenne drei Bücher, die dich beeinflusst haben. Warum?
Nachdem ich jetzt ein paar Stunden vor meinem Bücherregal gesessen bin und mich in der einen und anderen Lektüre (mal wieder) verloren habe, hat sich diese eingangs doch so simpel anhörende Frage zu einem Abenteuer und gleichzeitig einer Reise in die Vergangenheit entwickelt.
Dabei war ich mir eigentlich ziemlich sicher, wie meine Antwort ausfallen würde. Und lediglich die Tatsache, dass ich mich gefragt habe, ob es tatsächlich sein kann, dass die Bücher, welche mich beeinflusst haben, alle Lesestoff meiner frühen Lesekarriere sind und ob es nicht doch wenigstens ein Werk gibt, welches in der jüngeren Vergangenheit von mir zu einem Liebling erkoren wurde. Also der Gang zum Bücherregal und da standen und lagen sie also, die Wegbegleiter und Wegbereiter und Schwupps war ich dabei, mal hier, mal dort hineinzulesen.
Nun also, Stunden später das Ergebnis:
- „Momo“ von Michael Ende: Das Buch hat eine Klassenkameradin in der 5. oder 6. Klasse während ihres Referates vorgestellt und ich habe es verschlungen. Und seitdem so gut wie alle Bücher von Michael Ende. Und ich war so fasziniert, dass ich sogar meine Abiturabschlussarbeit seinerzeit über eines seiner Werke verfasst habe. Danke, liebe Maren, dass Du mir damals die Augen für die wunderbare Welt der phantastischen Literatur geöffnet hast.
- „Witwe für ein Jahr“ von John Irving: Das Buch habe ich von einem Freund geschenkt bekommen. Ich glaube, er hat den Titel mit meiner damaligen Situation – meine Mutter war gerade gestorben – irgendwie in Verbindung gebracht und mir damit Trost spenden wollen. So im Hinblick auf das auf ein Jahr angesetzte Trauerjahr. Allerdings ist der Titel doch recht irreführend, was den Inhalt des Romans angeht. Sei’s drum, der Bücherwurm in mir war gefesselt und angefixt, wie man so schön sagt und sämtliche John Irving Werke sind mittlerweile Teil meiner Bibliothek. Vielleicht war also damals Ablenkung das eigentliche Ziel des Geschenkes. Hat funktioniert. Danke, Brian.
- „Musik des Zufalls“ von Paul Auster: Ich weiß nicht mehr, ob es genau dieser Roman war oder ein anderes seiner Werke, aber in einem Zeitungsartikel ging es um seinen Stil und wie Zufälle wie auch zufällige Begegnungen einzelne Leben oder aber Beziehungen – auch indirekte – miteinander verbinden, bisweilen über bizarre Umwege. Und ja, auch hier hat es dazu geführt, dass ich als Leseratte mir alles von Paul Auster einverleibt habe.
Wie gesagt, alle drei Bücher habe ich vor langer, sehr langer Zeit gelesen und sie haben mit Sicherheit dazu beigetragen, dass ich heute ein Faible für Lesestoff habe, der phantastische Elemente enthält, Beziehungen und den Lauf des Lebens beleuchtet, eine breite Palette an Charakteren enthält, die oft nach ihrem Platz im Leben suchen und der immer auch mir einen Platz für Melancholie, Träume und das Mitfiebern sowie Mitleiden einräumt, so dass ich am Ende, auf der letzten Seite, beim letzten Satz das Gefühl habe, ein Teil der Geschichte gewesen zu sein und nun ein Teil der Geschichte in mir weiterlebt.


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